Open UI – Siebel Next Generation: 6 Fakten für alle Siebel CRM Fans
(Karlsruhe, 23.10.2012) Nicht erst seit den neuesten Ankündigungen auf der gerade zu Ende gegangenen Oracle Open World gehört Siebel Open UI zu einer der meistdiskutierten Themen. Andere Perspektiven wie SAI (Siebel Application Integration) oder auch die neue IE9 Kompatibilität erscheinen dagegen zweitrangig. Zu Open UI haben wir in den vergangenen Wochen viele verschiedene Aussagen, Hoffnungen und Gerüchte gehört. Dieser Artikel soll dazu dienen, die verschiedenen Fakten zusammen zu tragen und den zukünftigen Nutzern bereitzustellen:
Fakt 1:
Open UI kommt zusammen mit der Version 8.1.1.9
Die Version 8.1.1.9 SIA von Siebel CRM wird das Innovation Pack 2012 beinhalten. Details zum Innovation Pack enthält der Artikel „Innovation Pack 2012 for Siebel CRM 8.1.1 and 8.2.2 Statement of Direction / Planned Features [ID 549362.1]” aus Oracle MetaLink.
Zu den wichtigsten Möglichkeiten gehören:
- Combination Auto-Fill

- Datenüberprüfung: Datentypen, Constraints und Spellcheck.
- Unterstützung von unterschiedlichen Designs mit unterschiedlichem Look-and-Feel.
- Der Anwender kann individuelle Designs wählen.
- Nachrichtenfeld für Mitteilungen des Systems.
- Schnelle Übersicht über den Datensatz beim „Gleiten” über den Datensatz.
- „Applet Quick Links” welche schnell zu wichtigen Applets navigiert.
- Browser Support für Bookmarking, Zoom und Tabbed Browsing, Drucken.
Dazu gehören aber noch weitere Verbesserungen wie z.B. eine intuitivere Oberfläche und Verringerungen der Klickrate. Details sind dazu noch nicht bekannt, insofern geben wir die Vorteile wie von Oracle angegeben wieder. Eine Erweiterung, die nützlich sein könnte: Mehr Audiofeedback und visuelle Anzeigen, um Pop-ups und somit Störungen im Benutzerverhalten zu vermeiden.
Fakt 2:
IE9 Support gibt es nur mit Open UI
Hierzu empfiehlt sich ein Blick in den Artikel „Siebel Support for Internet Explorer 9 (IE9) [ID 1307383.1]“ von Oracle MetaLink. Die Aussage darin ist glasklar: „The ActiveX client will continue to be supported only on IE8.” Jegliches Deployment von IE9 ist somit an Open UI und an die aktuellen Gegebenheiten, Vorteile und Nachteile gebunden. Kunden, die nicht mit der ersten Version von 8.1.1.9 planen, sollten den Upgrade auf IE9 nicht sofort einplanen.
Fakt 3:
Eine Migration von ActiveX nach Open UI wird nicht notwendig sein
Das bisherige Browser Scripting wird auf natives JavaScript umgestellt. Die Behauptung wurde jedoch von Oracle aufgestellt, dass die Umstellung automatisch erfolgt und es keine weiteren Aufwände geben soll. So kann man sich bei der Verwendung von OpenUI entscheiden, ob man in Zukunft weiter Browser Scripts in Tools oder über eine externe IDE natives JavaScript schreibt.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass native Möglichkeiten abhängig von Browsern, auch vom eingesetzten Device und Betriebssystem eine Entwicklung bedingen. So wird z.B. der Wunsch nach einem Karussellview den Einsatz von JavaScript nach sich ziehen und somit Entwicklungsaufwand generieren.
Fakt 4:
Anpassungen des UI und Möglichkeiten wie nie zuvor
Durch die Möglichkeit der Einbindung von JavaScript Frameworks können nun gleitende Wechsel zwischen Views, Karussellbildschirmen und viele andere Optionen gewählt werden, die moderne Applikationen mitbringen. Wenn man von modernen Programmen spricht, sind Applikationen gemeint, die typischerweise nicht den hohen Funktionalitätsgrad und die Prozessabdeckung anbieten, die Siebel nun einmal „von Hause aus“ mitbringt.
Durch diese Möglichkeit ergeben sich viele neue Möglichkeiten der Integration, die vorher nicht möglich waren.

Fakt 5:
Sind wirklich alle Browser nun unterstützt?
Die technische Unterstützung gegenüber dem, was Oracle als „supported“ darstellt, war und ist immer ein Thema. Auch Oracle kann und wird nicht alle möglichen Plattformen unterstützen, weil die Testaufwände gegenüber dem Nutzen zu hoch sind.
Jedoch werden die letzten Versionen von Internet Explorer 9, Google Chrome, Mozilla Firefox und Apple Safari Browser nach dem aktuellen Stand unterstützt.
Damit werden sowohl Devices wie iPad und Android tablets für Siebel verfügbar, als auch Browser auf verschiedensten Betriebssystemen wie alten Windows-Versionen, Mac OS, Linux und die tatsächlich verbliebenen Verwender von IBM Warp OS. Folgende Standards gibt Oracle dabei an:
- HTML 4.01 Standard (HTML 5 optional)
- CSS level 2.1 (CSS level 3.0 optional)
- JavaScript version 1.5
Fakt 6:
Siebel CRM läuft nativ auf mobilen Devices
Das Thema Siebel CRM und mobile Devices wie iPad und Android Tablets wurde vom Hersteller bisher recht stiefmütterlich behandelt. Das war die Möglichkeit von kleineren Anbietern, um hier eine technische Lösung anzubieten. Andererseits wurden auch viele individuelle Lösungen mit Mobile Frameworks entwickelt, dazu gehört beispielsweise das Oracle Fusion ADF.
Viele dieser Lösungen bieten eine gute und robuste Implementierung, haben jedoch einen zentralen Nachteil. Typischerweise ist eine teilweise Re-Implementierung notwendig. Dies kommt bei einigen Produkten, wie z.B. „Mobile Edge“, mit dem Vorteil, dass auch andere CRM Plattformen angebunden werden können. Allerdings ist dies für Kunden insbesondere im Mittelstand, die entweder Siebel CRM oder MS Dynamics im Einsatz haben nicht hilfreich.
Zum Anspruch von Oracle mit Open UI gehört, dass ein zusätzlicher Objectmanager mit einer getrennten Parametrisierung alles beinhaltet, was für den Betrieb von Open UI notwendig ist. Somit scheint der Aufwand für die Einführung von mobilen Devices grundsätzlich gegen Null zu gehen. Dagegen muss man allerdings vermuten, dass für das Design noch Anpassungen sinnvoll und notwendig sind. Hier stehen uns aktuell noch keine belastbaren Fakten zur Verfügung.
Allerdings ist es wahrscheinlich, dass Bildschirme nativ auf mobile Devices dargestellt werden können. Die oftmals überladenen Bildschirme werden vermutlich jedoch zu keinem guten Benutzerverhalten führen. Daneben müssen Features, die abhängig vom eingesetzten Device gewünscht sind, vermutlich neu implementiert werden. Dies kann bei einer heterogenen Landschaft komplex und aufwändig werden.

Eine andere offene Frage betrifft das Arbeiten ohne Internet Verbindung. In der ersten Version wird Open UI vermutlich ohne lokale Datenbank und Synchronisierungsmöglichkeiten angeboten. Das offizielle Statement of Direction nennt allerdings schon die Funktion einer remote Datenbank als Vorteil von Open UI. Oracle unterscheidet hier zwischen dem CMA (Connected Mobile Application) und DMA (Disconnected Mobile Application). Existierende Siebel Mobile Applications werden in Zukunft wohl nicht mehr unterstützt.
Dies könnte das inoffizielle Ende des klassischen Windows Remote Clients sein. Viele Kunden haben sich in den letzten 1-2 Jahren bereits für eine online Variante entschieden. Mit den neuen Möglichkeiten von Open UI und insbesondere einer möglichen remote Anbindung sollte hier eine valide Option bestehen. Insbesondere für Kunden, die in der Vergangenheit vor Implementierungskosten des CRM Desktop und die Entwicklungskosten von neuen mobile Applikationen zurückgeschreckt sind.
Oracle nennt die Möglichkeit über Open UI “Siebel Mobile Solutions“ und deutet an, dass dies eine der Kernfunktionen von Open UI werden soll. Folgende Devices sind genannt:
- iPad
- iPhone
- Android Devices
- BlackBerry Devices
Dabei sind der Support von HTML5 und CSS 3.0 Bedingung für die erweiterten Möglichkeiten.
Quellenangaben:
Oracle Metalink und insbesondere die im Text vermerkten Dokumente.
Autor:
Markus Schneeweis
